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Die Geniezeit: Sturm und Drang (1771-1775)
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1771 eröffnete Goethe eine Kanzlei in Frankfurt,
beschränkte jedoch bewusst seine juristischen Geschäfte, um Zeit
für die Vollendung der in Straßburg begonnenen dichterischen Versuche
zu gewinnen darunter die Urfassung des Götz-Dramas.
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1772 begann seine eigentliche schriftstellerische Laufbahn
als Rezensent der Frankfurter Gelehrten Anzeigen, des bedeutendsten
publizistischen Organs des Sturm und Drang.
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Im selben ging er zum Abschluss der juristischen Ausbildung
als Referendar an das Reichskammergericht in Wetzlar, wo die unerfüllte
Liebe zu Charlotte Buff, der Braut eines Juristenkollegen, ihn zu seinem ersten
Roman anregte. Die Leiden des jungen Werthers, begründete mit einem
Schlag Goethes literarischen Ruhm.
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Es entstanden Hymnendichtungen in freien Rhythmen
(„Wanderers Sturmlied“, „Prometheus“,
„Ganymed“, „An Schwager Kronos“) und
Entwürfe zu den Dramen Faust (Urfaust), Mahomet und
Prometheus, Clavigo und Egmont. Wie viele seiner geniebegeisterten
Weggefährten orientierte sich Goethe in seiner dramatischen Produktion an
den Werken Shakespeares, dem er die Rede Zum Schäkespears Tag
widmete.
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Er gewann in Maximiliane, der Tochter der Schriftstellerin
Sophie von La Roche und späteren Mutter von Bettina und Clemens Brentano,
eine neue Vertraute.
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Problematisch verlief seine Liebesbeziehung zu der
Offenbacher Bankierstochter Lili Schönemann. Er suchte der
bedrängenden Situation auf einer Reise in die Schweiz zu entfliehen und
löste 1775 schließlich die im Vorjahr eingegangene Verlobung. Das
erotische Erlebnis fand erneut ein vielfältiges Echo im dichterischen Werk
(„Neue Liebe, neues Leben“, „An Belinden“,
„Wonne der Wehmut“, „Lilis Park“,
„Auf dem See“,
„Herbstgefühl“).
Das erste Weimarer Jahrzehnt (1775-1786)
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1775 übersiedelte Goethe auf Einladung des jungen
Herzogs Karl August nach Weimar.
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Dort wirkten die Schriftsteller Karl Ludwig von Knebel,
Johann Christian Bertuch und Johann Karl August Musäus sowie die
Komponisten Friedrich Hildebrand von Einsiedel und Karl Siegmund Freiherr von
Seckendorff.
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Nach der Ankunft Goethes
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rückte rasch zum hohen Staatsbeamten auf(1776 Geheimer Legationsrat, 1779
Geheimer Rat, 1782 Leiter der Finanzkammer).
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Goethes nach anfänglichen Vorbehalten gefasster
Entschluss, in Weimar zu bleiben, wurde nicht zuletzt durch seine Bekanntschaft
mit Charlotte von Stein gefördert, die ihm in den folgenden Jahrzehnten
eine enge Vertraute wurde und oftmals in dienstlichen Angelegenheiten zwischen
ihm und dem Herzog vermittelte.
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Außerdem trieb Goethe die Arbeit am Faust und an
Wilhelm Meisters theatralischer Sendung (begonnen 1777, vollendet 1785) voran.
Italienische Reise und Rückkehr nach Weimar
(1786-1793)
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Im Herbst 1786 brach Goethe zu einer Bildungs- und
Erholungsreise nach Italien auf.
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Goethe reiste inkognito als „Maler Möller“,
seine Reise führte zunächst über den Gardasee und Verona nach
Vicenza, wo er die Bauten Andrea Palladios bewunderte.
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Er knüpfte Beziehungen zu zahlreichen deutschen
Künstlern, wie dem Dichter Karl Philipp Moritz und dem Landschaftsmaler
Philipp Hackert. Eine enge Freundschaft verband ihn auch mit der Malerin
Angelica Kauffmann.
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Während des gesamten Italienaufenthaltes, den er
hauptsächlich in Rom verbrachte, war Goethe neben seinen literarischen
Projekten (Egmont, Tasso, Faust, Iphigenie) mit
Studien der antiken Bildhauerkunst und der Vervollkommnung seiner zeichnerischen
Fähigkeiten beschäftigt.
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Das südliche Klima, die reichen Kunstschätze und
das freie Ausleben seiner künstlerischen Neigungen ließen Goethe
diese Reise als „Wiedergeburt“ und „sonderbare
Hauptepoche“ seines Lebens erfahren. Es entstanden Römischen Elegien
(gedruckt 1795), eine geistreichen Auseinandersetzung mit der antiken
Liebesdichtung und einer Abhandlung über den Römischen Carneval
(1788).
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Nach seiner Rückkehr nach Weimar im Juni 1788
übernahm Goethe die Leitung des „Freien Zeichen-Institutes“,
wurde aber ansonsten auf eigenen Wunsch von allen anderen Ämtern
entbunden.
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Kurz darauf lernte er seine künftige
Lebensgefährtin Christiane Vulpius (1765-1816) kennen. Die Verbindung mit
der in ärmlichen Verhältnissen lebenden Vollwaisen stieß in der
standesbewussten Hofgesellschaft auf Ablehnung.
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Im selben Jahr kam es in Rudolstadt zur ersten Begegnung mit
Friedrich von Schiller.
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1790 veröffentlichte er die abgeschlossene Erstfassung
des Faust (Faust. Ein Fragment).
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1792 erlebte er als Begleiter Karl Augusts den
1. Koalitionskrieg der Österreicher und Preußen gegen die
Franzosen und wurde Augenzeuge der Kanonade von Valmy. Die Ereignisse schilderte
er später aus der Distanz von drei Jahrzehnten in Die Campagne in
Frankreich.
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1793 begann eine fünf Jahre andauernde Phase intensiver
Homer-Studien, während der er Teile der Ilias und Odyssee übersetzte.
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