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Das Jahrzehnt mit Schiller (1794-1805)
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1794 gewann Schiller Goethe als Mitarbeiter für die
geplante Zeitschrift Die Horen
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Schiller
war fortan ein häufiger Gast in Goethes Haus und übersiedelte 1799
ganz nach Weimar.
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Das gemeinsame Wirken erstreckte sich künftig auf
gegenseitige Beratung bei programmatischen Schriften, wie Schillers Brieffolge
Über die ästhetische Erziehung des Menschengeschlechts, und
literarischen Projekten, wie Goethes Roman Wilhelm Meisters
Lehrjahre.
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Goethe wurde zudem regelmäßiger Beiträger der
Horen, und er wurde von Schiller zur Vollendung des ersten Teils des
Faust gedrängt.
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In der Zusammenarbeit der beiden Dichter entwickelte sich der
an Antike und Renaissance orientierte Stil der „Weimarer Klassik“,
wobei Goethe die Objektivität der wissenschaftlichen Naturbetrachtung
einbrachte, Schiller dagegen die kritische Sittlichkeitslehre Kants.
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Ausführlich befassten sich beide mit der Theorie der
literarischen Gattungen, u. a. mit der Ballade. Der Musenalmanach
für das Jahr 1798 enthielt neben Ballade „Die Kraniche des
Ibykus“ fünf weitere von Goethe:
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„Der Schatzgräber“
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„Legende“
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„Die Braut von Korinth“
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„Der Gott und die Bajadere“
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„Der Zauberlehrling“
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Schillers Tod im Mai 1805 bedeutete eine schmerzliche
Zäsur im Leben Goethes. Im Epilog zu Schillers Glocke (1805) setzte
Goethe dem Verstorbenen ein einfühlsames literarisches
Denkmal.
Die Auseinandersetzung mit der Romantik (1806-1814)
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Zum wichtigsten geistigen Weggefährten wurde Wilhelm von
Humboldt.
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Er ließ sich von Achim von Arnim und Clemens Brentano,
den Herausgebern der Sammlung Des Knaben Wunderhorn (1806-1808) zur
Beschäftigung mit der Volkspoesie und dem deutschen Mittelalter
anregen.
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Zur glühenden Verehrerin Goethes wurde Bettina Brentano,
die spätere Gattin Achims von Arnim, die 1807 erstmals mit ihm in
Verbindung trat.
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Romantische Züge trug die Problematisierung der
bürgerlichen Ehe in Goethes Roman Die Wahlverwandtschaften. Vorbild
für die Gestalt der Ottilie war die junge Wilhelmine Herzlieb zu der er
eine heftige Neigung fasste.
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1808 traf Goethe auf dem Erfurter Fürstenkongress mit
der bedeutendsten zeitgenössischen Herrschergestalt, Napoleon I.,
zusammen.
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Im selben Jahr erschien der erste Teil des Faust
(Faust: Eine Tragödie), 1811 der erste Band seiner Autobiographie
Aus meinem Leben.
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Weitere Betätigungsfelder dieser Lebensphase waren
Studien zur Farbenlehre und zur Kunst des Mittelalters
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1812 kam es in Karlsbad zur persönlichen Begegnung mit
Ludwig van Beethoven, der außer Vertonungen von Gedichten Goethes eine
Ouvertüre zu Egmont komponiert hatte.
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1813 starb die neben Goethe und Schiller
wirkungsmächtigste Gestalt des Weimarer Geisteslebens, der Dichter
Christoph Martin Wieland, dem Goethe einen respektvollen Nachruf widmete (Zum
brüderlichen Andenken
Wielands).
Die letzten Lebensjahrzehnte (1815-1832)
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Zum zentralen Ereignis wurde jedoch die Begegnung mit
Marianne von Willemer, der Tochter eines Frankfurter Bankiers, die Goethes
spontane Neigung leidenschaftlich erwiderte. Diese Liebe fand literarischen
Niederschlag im Buch Suleika des West-östlichen Divan . Mehrere
Gedichte stammen von Marianne und wurden von Goethe mit geringfügigen
Änderungen übernommen.
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Die letzte Liebe des alternden Dichters galt der
neunzehnjährigen Ulrike von Levetzow, die er 1823 in Marienbad kennen
lernte.
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Mit fortschreitendem Alter zog sich Goethe vom literarischen
Betrieb und vom Weimarer Gesellschaftsleben zurück, widmete sich seiner
umfangreichen naturkundlichen Sammlung.
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Wichtige Begleiter der letzten Lebensjahre wurden neben der
Schwiegertochter Ottilie seine Sekretäre Friedrich Wilhelm Riemer und
Johann Peter Eckermann, der später seine Gespräche mit Goethe in
den letzten Jahren seines Lebens herausgab.
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Zu den letzten Schriften gehören die Aufsätze
Landschaftliche Malerei und Noch ein Wort für junge Dichter.
Goethe starb am 22. März 1832 in seinem Haus am Frauenplan und wurde
an der Seite Schillers in der Weimarer Fürstengruft
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